Atomlokomotiven – Phantasien der fünfziger Jahre?
Hartmut Pernotzky, nach einer Idee von
Alfred Gottwaldt, Oberkustos, Deutsches Technikmuseum
Vor rund fünfzig Jahren planten Ingenieure in den Vereinigten Staaten, in der Sowjetunion und in der Bundesrepublik regelrechte „Atomlokomotiven“ für die Eisenbahn. Wann und warum begannen solche Phantasien?
Diese Betrachtung geht von der Eisenbahn-Betriebslage der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg in den genannten Gebieten aus. Die zusätzlichen Belastungen des Krieges machten den Handlungsbedarf sehr deutlich.
Politisches Mühen um ein friedliches Aussehen der Atomenergie-Forschung und ihrer Nutzung ermutigte Wissenschaftler und Ingenieure ebenso wie Buchautoren und Zeichner auf der nördlichen Hälfte der Welt, eine neue Dimension des Bahnverkehrs zu entwerfen. Ihre Machbarkeitsstudien und Patentanmeldungen verdeutlichen das ernsthafte Bemühen von Wissenschaft und Technik, die Technologie der Atomlokomotive für den Bahnbetrieb tauglich zu machen.
Der Zeitabstand eines halben Jahrhunderts zeigt die Grenzen zwischen diesen Phantasien und der Wirklichkeit auf. Der Fall des Eisernen Vorhangs erlaubt den Blick in die Realität der Bahnentwicklung in Osteuropa bis in den Fernen Osten. Bilder konventioneller Lokomotiven aus den sechziger Jahren und von heute weisen auf zukunftsfähige Entwicklungen ohne mobile Atom-Kraftquellen hin.
Vortrag in Kooperation mit dem VDI Berlin-Brandenburg, AK Technikgeschichte, unter Leitung von Dr.-Ing. Karl-Eugen Kurrer und Dr. phil. Stefan Poser.
| Datum | Zeit | Ort |
|---|---|---|
| Do., 3. Juni 2010 | 18.00 Uhr | Vortragssaal, 4. OG |
