Filmdokumente zur Geschichte der Schmuckmanufaktur in Pforzheim
Seit 1999 dokumentiert das Filmteam der Firma Smidak zusammen mit der Sammlungsleiterin Dr. Gabriele Wohlauf die traditionsreiche Geschichte der manufakturellen Schmuckindustrie in und um Pforzheim. Entstanden sind Filme mit einer Gesamtlänge von knapp 150 Minuten, die, für schwer hörende Menschen mit Untertiteln versehen, an einzelnen Medienstationen abrufbar sind.
Hier können die Zuschauer in Ergänzung zu den Vorführungen den Weg eines Werkstücks über die vielfältigen Stationen der „Kabinettproduktion“ der Firma Daub mitgehen und sich über den Werdegang eines Fabergé-Eies, verschiedene Gusstechniken oder die Kettenherstellung informieren. Aussterbende Berufe wie das Hohlprägen oder das Emaillieren werden so filmisch vor dem Vergessen bewahrt. Neben der Firma Zerrenner, mit ihrer 160-jährigen Geschichte die älteste Schmuckfirma Pforzheims, wird der 2001 verstorbene Guillochiermeister Walter Zaiß portraitiert, der den Aufbau der Ausstellung von Anfang an mit Rat und Tat unterstützt hat. Seinen Kunstwerken, deren langwierige Fertigung in seiner Werkstatt gefilmt wurde, ist in der Ausstellung eine eigene Vitrine gewidmet.
Weitere Berufsbiographien, in denen eine Stück Kulturgeschichte der Arbeit vor dem Vergessen bewahrt wird, sind in den Medienstationen abrufbar.
Herstellung einer Art Deco Brosche. Die ersten sechs Schritte vom Blech zur Grundform s.o. Am Schluß wird die Form vergoldet und mit einer Perle versehen.
Außerdem gibt es einen weiteren Dokumentarfilm zu “Jugendstilschmuck aus Pforzheim in der Rekonstruktion”. Dieser Film entstand in Zusammenarbeit mit der AG “Schmuck verbindet” und dokumentiert die Rekonstruktion von modernem Schmuck um 1900 mit den speziellen Verfahrenstechniken und künstlerischen Entwurfspraktiken dieser Zeit. Die serielle Fertigung zeigen wir am Beispiel des Sandgussverfahrens und der Medaillonherstellung mit den damals modernen Techniken: Prägen, pressen und stanzen. Grundlage dieser seriellen Produktion war die handwerklich – künstlerische Arbeit von Modellgoldschmied und Stahlgraveur.
Alle der damals tätigen 30 000 Fachkräfte in der Schmuckindustrie verfügten aufgrund einer hervorragenden handwerklichen und künstlerischen Berufsausbildung über ein heute kaum mehr bekanntes Fach- und Spezialwissen.
Zu diesem Projekt wurde eine Sonderausstellung "Jugendstilschmuck aus Pforzheim – Kunstindustrie um 1900“ im Berliner Bröhan–Museum von Februar bis Ende Juni 2008 gezeigt. Diese Ausstellung wanderte Ende 2008 für drei Monate in das Schmuckmuseum nach Pforzheim. Vom 6. September 2009 bis zum 20. Januar 2010 ist sie im Deutschen Goldschmiedehaus in Hanau zu Gast.
Der ausstellungsbegleitende Film "Schmuck für alle“ ist im Museumsshop für 15.00 Euro erhältlich.
