Museale Kofferproduktion
Schauproduktion von Hartpappenkoffern
Das historische Maschinenensemble, mit dem in der Schauproduktion Koffer hergestellt werden, stammt aus einem mittelständischen Familienbetrieb, der 1913 gegründet wurde und bis 1981 existierte. Die Maschinen stammen vorrangig aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie wurden dem Technikmuseum zum Schrottpreis angeboten: Der Museumskoffer konnte entwickelt werden.
Schneiden und Stanzen
Zunächst wird die Pappe maßgerecht zugeschnitten. Die Zuschnitte für Unterkoffer und Deckel werden an allen vier Ecken mit Stanzeisen ausgestanzt. Nur so kann die Hartpappe in Form gebogen werden.
Biegen
Die ebenen, ausgestanzten Pappenzuschnitte müssen in einen Hohlkörper verwandelt werden. Dies geschieht an einer Gas-Biegemaschine unter Zufuhr von Wärme. Die Dauer des Biegevorgangs für Unterkoffer und Deckel hängt von der Stärke der Pappe ab.
Biegen und Bördeln
Für den Kofferdeckel benötigt man einen mit Bandstahl verstärkten Holzrahmen. Der flache Stahl wird an einer Seite umgebogen (gebördelt), durchgesägt und passend zur Rahmengröße gebogen.
Andrücken
Die noch offene Bördelung (Nut) wird mit der Handhebelpresse fest an die Deckelkante gepresst. So kann der Deckel eng und passend mit dem Unterkoffer zu einem Hohlkörper zusammengesetzt werden.
Nageln
Die gebogene Hartpappe für den Koffer wird an der Nagelmaschine an den Holzrahmen genagelt. So erhält der Koffer seine notwendige Stabilität.
Nieten
Der an den Holzrahmen genagelte Unterkoffer wird weiter vernietet. Zuerst werden die Ecken angenietet. Zur Positionierung ist ein jeweiliger Wechsel der Nietstempel erforderlich. Die Nieten haben einen doppelten Schaft, der sich zu einer Klammer spaltet.
Endfertigung
Schlösser, Schnepper, Griffe und Scharniere werden ebenfalls genietet und genagelt. Danach wird der Koffer ausgeschlagen, das Gurtband angenagelt und das Typenschild als letztes angebracht.
