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Deutsches Technikmuseum - Peter Behrens - Bauten für die AEG

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Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

Stiftung

Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

SW-Foto: Die 200 Meter lange Fassade ist durch eine Kolossalordnung von Pfeilern bestimmt. Diese sind in ihrer Abfolge rhythmisch gegliedert. Auf je sieben runde Pfeiler folgt ein eckiger.

AEG-Kleinmotorenfabrik, Berlin-Wedding, ca. 1925

Foto: Teilansicht der roten Klinkerfassade mit großen und kleinen Fenstern

AEG-Kleinmotorenfabrik, Berlin-Wedding (1910-13), Ausschnitt

SW-Foto: Seitenansicht der Fabrik mit zwei hohen, dreitürigen Werkstatteinfahrten.

AEG-Kleinmotorenfabrik, Berlin-Wedding (1910-1913), Foto: Emil Leitner, o.J. (Ausschnitt)

Foto: Blick in das überdachte Atrium des Verwaltungsgebäudes der Nationalen Automobil-Gesellschaft. Diese Halle ist nach geometrischen Proportionsregeln entworfen.

NAG-Fabrik, Berlin-Oberschöneweide (1915-17)

Foto: Die Anlage setzt sich aus mehreren Bauten zusammen. Als Material wurde einheitlich gelber Ziegel verwendet. Mit gemauerten Pilastern und Gesimsen ist ein plastisches Fassadenrelief entstanden.

AEG-Fabrik, Riga (1913)

SW-Foto: Die Fabrik setzt sich aus verschiedenen Baukörpern zusammen. Dabei durchdringen sich die Flügelbauten mit den vorgelagerten Treppentürmen und der umschlossenen Doppelhalle.

AEG-Hochspannungsfabrik, Berlin-Wedding (1909-10), Foto: Emil Leitner, o.J. (Ausschnitt)

SW-Foto: Blick auf die vier Haupthallen, deren großzügige Fenster bis zum Boden reichen.

AEG-Lokomotivfabrik, Hennigsdorf (1913)

Peter Behrens - Bauten für die AEG

Fotografien von Carsten Krohn und aus dem Bestand des Deutschen Technikmuseums

11. Februar bis 27. April 2014
Galerie der Fototechnik-Dauerausstellung

Foto: Eckansicht der Halle: Links die Vorderfront, rechts die Seitenwand. Teilansicht des Daches und der Glaswände.

AEG-Turbinenhalle, Berlin-Moabit (1908-09) Auch wenn es sich um eine Stahlkonstruktion handelt, verlieh Behrens dem Bau mit der Vorderfront einen monumentalen Ausdruck. Während die vordere Glaswand bündig mit dem Giebel verläuft, ...

SW-Foto: Gesamtansicht der Turbinenhalle

... sind die Glaswände an der Seitenwand der Halle geneigt. Bei den ebenfalls geneigten seitlichen Pylonen handelt es sich um nichttragende Elemente aus Beton.

Eine Gegenüberstellung aktueller und wiederentdeckter historischer Aufnahmen

Ende des 19. Jahrhunderts setzte der rasante Aufstieg der Berliner Elektroindustrie zum wichtigsten Industriestandort der Branche in Europa ein. Geprägt wurde die "Elektropolis" Berlin vor allem durch die Bauwerke der Elektrokonzerne Siemens, der Allgemeinen Elektricitäts Gesellschaft (AEG) sowie der anfänglich mit ihr verbundenen Berliner Elektricitätswerke (BEW).

Der Architekt und Formgestalter Peter Behrens (1868-1940) hatte maßgeblichen Anteil an Planung und Bau von Verwaltungsgebäuden, Industrieanlagen und Werkssiedlungen der AEG. 1907 zum "Künstlerischen Beirat" des Unternehmens bestellt, war er für das gesamte Erscheinungsbild der AEG verantwortlich.

Behrens´ Industriebauten prägen noch heute entscheidend das Berliner Stadtbild. Über den heutigen Zustand der Fabrik- und Wohnbauten ist jedoch kaum etwas bekannt.

Der Berliner Architekt und Fotograf Carsten Krohn dokumentiert auf eindrucksvolle Weise erstmalig das von Behrens im Auftrag der AEG ausgeführte Werk. 20 seiner aktuellen Farbaufnahmen zeigen die gegenwärtige Situation.

Den historischen Zustand belegen 17 bislang unveröffentlichte schwarz-weiße Vintageprints aus dem AEG-Archiv, das das Historische Archiv der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin seit 1997 verwaltet.

Vom Wedding über Hennigsdorf bis nach Riga

Die Ausstellung konzentriert sich auf noch heute bestehende AEG-Bauten von Peter Behrens, darunter die AEG-Turbinenhalle in Berlin-Moabit (gebaut 1908-09), die NAG-Fabrik in Berlin-Oberschöneweide (1915-17) oder die Zinshäuser für AEG-Arbeiter in Hennigsdorf (1910-11). Erstmals ist auch der aktuelle Zustand der AEG-Fabrik in Riga (1913) zu sehen, deren Bautenkomplex heute als Gewerbezentrum genutzt wird.

Foto: Blick auf eine Häuserzeile: Die eingeschossigen Häuser haben den Eingang in einem Vorbau sowie kleine Fenster mit grünen Fensterläden.

Zinshäuser für AEG-Arbeiter, Hennigsdorf (1918-19) Behrens baute bereits 1910-11 Zinshäuser für Arbeiter in Hennigsdorf, hier verwendete er anstatt Ziegeln unverputzte Kohlenschlackensteine. Er realisierte eine mäandernde Hauszeile nach einem Prinzip, ...

SW-Foto: Blick auf eine Häuserzeile mit vier eingeschossigen Häusern und ihren Vorgärten. Der Eingang ist in einem Vorbau.

...das er als "Gruppenbauweise" bezeichnete. Heute sind die Häuser mit einer Wärmedämmung verkleidet, die wie eine Tapete den Mauerwerksverband abbildet. Foto: E. Leitner

Die historischen Aufnahmen, die Krohn seinen aktuellen Fotografien gegenüberstellt, stammen aus dem Historischen Archiv der Stiftung. Hier konnte Krohn auf einen umfangreichen Bestand von zeitgenössischen und bisher noch unveröffentlichten Originalabzügen der AEG zurückgreifen. So war der nun ausgestellte Abzug der Turbinenhalle in Berlin-Moabit (1908) in dieser Form bisher unbekannt. Auch Vintageprints des renommierten Architekturfotografen Emil Leitner aus den 1920er Jahren, zum Beispiel von der AEG-Hochspannungsfabrik in Berlin-Wedding (1909-10) oder der AEG-Lokomotivfabrik in Hennigsdorf (1913), bereichern die Gegenüberstellung.

Der Fotograf und Kurator Carsten Krohn
Krohn studierte Architektur, Kunstgeschichte und Stadtplanung in Hamburg und an der Columbia University in New York. Er arbeitete als Architekt im Büro von Norman Foster und promovierte in Kunstgeschichte über die Wirkungsgeschichte von Buckminster Fuller. Dazu kommen Lehrtätigkeiten an der Universität Karlsruhe, der Humboldt-Universität und der TU Berlin. 2010 kuratierte er die Ausstellung "Das ungebaute Berlin" im Café Moskau, Berlin.

Er ist Autor des Bildbandes "Peter Behrens – Architektur", in dem erstmals das gesamte gebaute Werk von Peter Behrens vorgestellt wird. Dabei wird dessen gegenwärtiger dem historischen Zustand gegenübergestellt. Mit einem Auge für Details und formale Bezüge präsentiert Krohn darin Behrens' Schaffen, das vom Jugendstil über den Klassizismus und Expressionismus bis hin zum Neuen Bauen reicht.

Carsten Krohn: Peter Behrens – Architektur (deutsch/englisch)
Weimarer Verlagsgesellschaft, Weimar 2013, 256 S., Hardcover, 58 EUR, ISBN 978-3-86539-687-7
Der Bildband ist im Museumsshop "Wasmuth" des Deutschen Technikmuseums erhältlich.

Headerfoto: AEG-Kleinmotorenfabrik, Berlin-Wedding (1910-13), © Carsten Krohn
Die 200 Meter lange Fassade ist durch eine Kolossalordnung von Pfeilern bestimmt. Die mit Eisenklinkern verblendeten und der Fensterebene vorgelagerten Pfeiler sind zwar von monumentaler Dimension, doch in ihrer Abfolge auch rhythmisch gegliedert. Auf je sieben runde Pfeiler folgt ein eckiger.

© für alle Farbfotos: Carsten Krohn
© für alle historischen Fotos: SDTB / AEG-Archiv