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Drei-Walzen-Zuckerrohrmühle aus Holz, Bolivien, um 1700
Drei-Walzen-Zuckerrohrmühle aus Holz, Bolivien, um 1700
Für die Rohrzuckergewinnung wird zunächst der süße Saft aus dem Zuckerrohr gepresst. Die historische Saftgewinnung mit Walzenmühlen hat sich im Prinzip nicht verändert. Natürlich werden heute leistungsstarke, maschinengetriebene Walzen eingesetzt.
Bei der hier gezeigten Drei-Walzen-Zuckerrohrmühle, die in dieser Form um 1700 eingesetzt wurde, sorgte noch Muskelkraft für den Antrieb.
Funktion
Die Antriebsstange wurde durch Zugtiere bewegt und setzte über die Antriebswalze die übrigen Walzen gegenläufig in Gang.
Das Zuckerrohr schoben die Arbeiter mit der Hand ein. Der Saft wurde durch die Walze ausgepresst.
Bestandteile
Die Mühle ist komplett aus Holz gefertigt. Durch den Jahrhunderte langen Gebrauch sind viele Teile verschlissen. Einige mussten deshalb nachgebaut oder ersetzt werden. Die ältesten Teile sind jedoch ungefähr 300 Jahre alt.
Zuckerrohrmühle in Westindien, frühes 19. Jahrhundert. Die Eisenwalzen ausgenommen, entspricht die Konstruktion einer im 17. Jahrhundert üblichen. Kupferstich, handkoloriert.
Herkunft
Die Zuckerrohrmühle aus dem Inneren Boliviens ist ein Geschenk der Gebrüder Gasser, Eigentümer der Rohrzuckerfabrik La Belgica bei Santa Cruz.
Der abenteuerliche Transport nach Berlin erfolgte in Einzelteilen auf beschwerlichen Wegen zur Bahn, über die Anden zum Pazifik, durch den Panama-Kanal über den Atlantik nach Hamburg und schließlich nach Berlin. Im Zucker-Museum wurde die Mühle anhand eines kleinen, geschnitzten Modells wieder zusammengesetzt.
