Objekt des Monats Dezember 2011
Schwedischer Zuckerkasten aus Ulmenholz mit Zuckerhutmesser, Holzsieb und Streuzuckerschublade © SDTB
Schwedischer Zuckerkasten, spätes 18. Jahrhundert
Zucker in mundgerechte Form zu bringen, ist eine technische Herausforderung. Zuckerhüte wurden seit dem Mittelalter zunächst durch das Zerschlagen mit einem Zuckerhammer zerkleinert. Die immer noch groben Zuckerhutstücke wurden dann mittels Schneidevorrichtungen in handgerechte Form geteilt. Mit einer Handzange wurden diese Zuckerbrocken anschließend serviergerecht zerkleinert. Zuckerkästen wie dieser, die zum Brechen der Zuckerhüte dienten, waren bis zum 19. Jahrhundert ein Ausdruck adligen und später bürgerlichen Wohlstandes.
Vom Zuckerhut zum Würfelzucker
Die Härte der Zuckerhüte erklärt sich aus ihrer Herstellung: In ein trichterförmiges Tongefäß wird ein Kristall-Sirup-Gemisch gegeben. Durch ein Loch an der unteren Spitze des Gefäßes läuft der Sirup in einem mehrere Wochen dauernden Prozess ab. Endprodukt ist ein weißer, aus verdichteten Zuckerkristallen bestehender Zuckerhut.
Zur Erleichterung des Zuckerkonsums entwickelte der Direktor der Rübenzuckerfabrik zu Datschitz in Mähren, Jakob Christoph Rad, die Form des Zuckerwürfels, welcher 1843 in einer patentierten Presswürfelmaschine hergestellt wurde. In Deutschland erfand Eugen Langen 1872 ein weiteres Verfahren, bei dem verkochte Raffinade in Plattenformen gegossen und in einer Zentrifuge geschleudert wurde. Fabrikarbeiter sägten die so entstandenen Blöcke zu Würfeln.
Heute erfolgt die Herstellung maschinell aus losem, gepresstem Zucker und ist in vielen Haushalten eine gängige Form des Süßens von Heißgetränken.
Das Exponat stammt aus dem Zucker-Museum der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin.
