„Leinen los“ – Schiffsmodelle auf dem Museumsteich
Modellbauer aus Berlin und Umgebung präsentieren ihre Schätze in voller Fahrt
Sonntag, 18. 07., 15.08. und 12.09.2010, jeweils 11 bis 17 Uhr
„Leinen los“ heißt es an drei Sommer-Sonntagen für fernsteuerbare Schiffsmodelle, die auf dem Museumsteich in Aktion gezeigt werden. Diese Vorführungen ergänzen die feste Schifffahrt-Ausstellung mit beweglichen Objekten: Die hier fahrenden Modelle repräsentieren sehr unterschiedliche Schiffstypen und wurden von ihren Besitzern, Mitglieder in Modellbauvereinen aus Berlin und Umgebung, in verschiedenen Maßstäben zwischen 1:10 und 1:100 selbst gebaut. Die meisten Modelle sind aus Kunststoff und mit Holz- und Metallverzierungen versehen. Ihre Bauzeit kann bis zu zwei Jahren betragen.
Über dies und vieles mehr können die Besucher mit den vorführenden Modellbauern ins Gespräch kommen, ihnen bei Bedarf „Löcher in den Schiffsbauch“ fragen und sich an den raffinierten Manövern der kleinen Flitzer erfreuen.
Funktionsmodelle
Fahrbare Modelle nennt man Funktionsmodelle. Bei manchen ist es sehr schwierig, ihr Gewicht so auszutarieren, dass die Wasserlinie – dort, wo das Schiff aus dem Wasser ragt – der Wasserlinie des Originals entspricht. Vorbildgetreue Modelle mit Elektroantrieb und Verdrängungsrümpfen können maßstabsgetreue Geschwindigkeiten erreichen. Verdrängungsrümpfe sind Schiffskörper, die sich bei hohen Geschwindigkeiten nicht aus dem Wasser heben, um auf der Oberfläche zu gleiten, sondern die im Wasser bleiben. Maßstabsgetreue Geschwindigkeit bedeutet, dass bei kleinen Maßstäben die Geschwindigkeit entsprechend geringer ist, um „echt“ zu wirken.
Fahrende Modelle sind seit dem Ende des 18. Jahrhunderts bekannt. Mit diesen so genannten Versuchsmodellen sollte das Verhalten von Schiffen – und vor allem ihr Antrieb – getestet werden.
So wurde die Dampfmaschine erst in Modellen erprobt, bevor sie große Schiffe antrieb.
Die Modellfahrten mit Dampfantrieb auf Seen und Teichen stießen in der zweiten Hälfte des
19. Jahrhunderts auf großes Interesse bei den Zuschauenden. Der Spiel- und Freizeitcharakter gewann mehr und mehr an Bedeutung. Die ersten Schiffsmodellclubs wurden zwischen 1900 und 1910 gegründet.
Eine andere Antriebsart für Modellschiffe waren Uhrwerkantriebe, die sich großer Beliebtheit erfreuten, bis nach dem zweiten Weltkrieg der Elektromotor aufkam. Dieser ist bis heute gebräuchlich, da er beachtliche Vorteile aufweist: Er ist kompakt und gut in den Schiffsrumpf einzubauen, er läuft per Knopfdruck an, ist äußerst betriebssicher und zudem kostengünstig.
Modelle in der Schifffahrtsausstellung
Die Vorführsonntage auf dem Museumsteich stellen eine bewegte Ergänzung zur Dauerausstellung Schifffahrt im Deutschen Technikmuseum dar. Die 6.660 qm große Ausstellung mit insgesamt
30 Themenbereichen aus Hochsee- und Binnenschifffahrt präsentiert viele historisch genaue und handwerklich hochwertige Standmodelle im Kontext einer bewegten Geschichte.
Der Bereich „Vielfalt im Schiffsmodellbau“ widmet sich den Schnitt-, Halb-, Wasserlinien-, Funktions- und anderen Modellformen. Augenfällig werden hier auch die unterschiedlichen Materialien, aus denen Modelle gefertigt werden können: Bernstein, Silber, Knochen, Papier, Nelken, Glas und vieles mehr.
Dank
Unser Dank gilt den Modellbauvereinen und dem Förderverein des Technikmuseums, der die Aktionstage unterstützt.
