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Deutsches Technikmuseum - Lokschuppen

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Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

Stiftung

Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Der Anhalter Bahnhof und seine Lokschuppen

Schwarzweißzeichnung: Detaillierter Lageplan des Anhalter Güterbahnhofs vor dem Einzug des Museums

Lageplan des Anhalter Güterbahnhofs mit Lokschuppenanlage © SDTB / Historisches Archiv

Ein historisch bedeutender Museumsstandort

Die beiden Lokschuppen, das zwischen ihnen liegende Beamtenhaus und der Museumspark des Deutschen Technikmuseums haben einen historisch einzigartigen Standort: Sie liegen auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerks des Anhalter Bahnhofs.

Hier wurden jene Lokomotiven gewartet und ihre Wasser- und Kohlenvorräte erneuert, die vom Anhalter Bahnhof aus Züge nach Süden bespannten – unter anderem in das namensgebende Fürstentum Anhalt.

Geburtsstätte des Berliner und preußischen Eisenbahnwesens

Die Gegend um das heutige Museum war Geburtsstätte des Berliner und preußischen Eisenbahnwesens. Sie wurde bald nach der Gründung des Deutschen Reichs (1871) zu einem der größten Eisenbahnknotenpunkte der neuen Hauptstadt: 1874 entstand an der Trebbiner Straße eine erste Ausweichanlage, 1876 wurde der Anhalter Güterbahnhof mit der fast 300 Meter langen Ladestraße fertiggestellt, 1897 das Bahnbetriebswerk und 1880 der Anhalter Personenbahnhof.

Luftfoto: Während der Restaurierungs- und Rekonstruktionsarbeiten  - die weitgehend verfallenen Gebäude lugen aus der grünen Wildnis, von den gelben Klinkerbauten stehen nur Grundmauern, das Dach des Lokschuppens ist  teilweise eingestürzt.

Zweiter Lokschuppen, Werkstattgebäude und Wasserturm, 1984 © SDTB / C. Kirchner

Die Gebäude sind Werke des Architekten Franz Schwechten, der auch die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin entworfen hat. Die Bahnhofshalle war mit 62 Metern Spannweite die größte Eisenfachwerkhalle auf dem Kontinent. Für alle Gebäude verwendete Schwechten gelben Greppiner Klinker und, je nach Prestige des Gebäudes, eine unterschiedliche Anzahl von Terrakotta-Formsteinen.

Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg

Der im Zweiten Weltkrieg stark beschädigte Anhalter Bahnhof wurde 1959 bis auf ein Portalfragment gesprengt. Erhalten blieben das sogenannte Fürstenportal, das als Eingang für den Kaiser und die "Höchsten und allerhöchsten Herrschaften" diente, und zwei monumentale Skulpturen. Sie bilden heute den Auftakt zur Eisenbahnausstellung "Züge, Loks und Leute".

Historische Bauzeichnung: Frontansicht des Verwaltungsgebäudes von Norden. Erhalten ist mit dem Spectrumgebäude nur der östliche Verwaltungsbau, die Durchfahrt in der Mitte und der westliche Teil der Verwaltung wurden im Krieg zerstört.

Bauzeichnung des Verwaltungsgebäudes (Kopfbauten) des Anhalter Güterbahnhofs, entworfen von Franz Schwechten 1871 © SDTB / Historisches Archiv

Das Bahnbetriebswerk wurde nach dem Krieg nicht mehr genutzt und verfiel, so dass die ab 1984 erfolgte Wiederherstellung von Lokschuppen und Beamtenhaus sehr umfangreiche Rekonstruktionen erforderte. Der Güterbahnhof wurde zwar im Krieg beschädigt und bis in die 1980er Jahre weiterbetrieben, dennoch fielen 1971 die Arkaden und der westliche (rechte) Kopfbau dem Bau der U-Bahnlinie 7 zum Opfer.

Im erhaltenen östlichen Kopfbau befindet sich heute das Science Center Spectrum, in den dahinter liegenden Güterschuppen die Straßenverkehrs-Ausstellung "Mensch in Fahrt" und die Ausstellung "Das Netz – Menschen, Kabel, Datenströme".

Es ist geplant, in den nächsten Jahren den westlichen Kopfbau in moderner Form als zentrales Empfangsgebäude des Museums wieder zu errichten.