| |

Deutsches Technikmuseum - "Judendeportationen" 1941-1945

Navigationsmenüs


Webseitenübersicht

Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

Stiftung

Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

"Judendeportationen" mit der Deutschen Reichsbahn 1941-1945

Das Deutsche Technikmuseum porträtiert 12 Berliner Schicksale

Fotomontage: Stoffbahn aus leuchtend gelben sogenannten Judensternen kombiniert mit einem Schwarzweißfoto Foto von Deportierten in einer Sammelstelle

Stoffbahn mit "Judensternen" von 1941. Einen solchen Stern mussten vermutlich alle Insassen der abgebildeten Sammelstelle in Hanau bei Frankfurt/Main deutlich sichtbar an ihrer Kleidung tragen.

Die "Judendeportationen" aus Berlin 1941-1945

Dem Holocaust fielen 5 bis 6 Millionen Menschen in Europa zum Opfer. Mehr als 130.000 Juden wurden in der Zeit zwischen Oktober 1941 und Mai 1945 mit der Eisenbahn allein aus dem Deutschen Reich in zahlreiche Ghettos und Vernichtungslager verschleppt.

Die Deportation der Berliner Juden folgte dem Muster der übrigen "Judentransporte" aus dem Deutschen Reich. Die meisten Zuginsassen wurden bald nach ihrer Ankunft ermordet. Mehr als 60 dieser Berliner Transporte rollten während jener Jahre nacheinander in den "Osten", also nach Litzmannstadt (Lodz), Minsk, Kowno (Kaunas), Riga, in den Distrikt Lublin, nach Warschau, nach Maly Trostinec bei Minsk, nochmals nach Riga und Reval im Baltikum sowie zuletzt - ab Ende 1942 - auch nach Auschwitz. Daneben wurden vor allem die älteren Juden seit Juni 1942 aus Berlin in über 120 Transporten zunächst in das Ghetto Theresienstadt in Böhmen gebracht. Zahllose Menschen starben schon dort, viele wurden aber noch weiter zu Vernichtungsstätten deportiert.

Die Ausstellung nennt die einzelnen Deportationsziele und beschreibt 12 Beispiele der über 180 "Judentransporte" aus Berlin zwischen 1941 und 1944. Sie weist außerdem auf die Schicksale von 12 Menschen aus der Reichshauptstadt und aus der Provinz Brandenburg hin, die damals "als Juden" gebrandmarkt und deportiert wurden.

Foto: Ein Güterwagen, wie sie seit dem 19. Jahrhundert für den Transport von Tieren und nässeempfindlichen Gegenständen massenhaft eingesetzt wurden. Die Wagonwände zeigen Schwarzweißfotos, unter anderem eines vom Einfahrtsgebäude des KZ Auschwitz.

Gedeckter Güterwagen der Reichsbahn, Baujahr um 1920. Er steht hier als ein Symbol für die Beteiligung der Deutschen Reichsbahn am organisierten Judenmord zwischen 1941 und 1945.

Seit dem Beginn des Krieges im September 1939 wurden Juden im besetzten Polen mit Hilfe der Eisenbahn "umgesiedelt". Großdeportationen aus dem Deutschen Reich begannen im Oktober 1939 in Wien und Kattowitz, sie endeten östlich von Lublin in Nisko am San. Im Februar 1940 folgten Transporte der Juden aus Pommern nach Lublin. Im Oktober 1940 wurden aus Baden und der Saarpfalz mehr als 6.500 Juden in den unbesetzten Süden Frankreichs abgeschoben, im Februar und März 1941 nochmals fast 5.000 Menschen aus Wien in den Großraum Lublin verschleppt.

Foto: Ein brauner Lederkoffer mit der Beschriftung Berta Sara Rosenthal und genauer Adresse in Berlin-Charlottenburg

Der Koffer von Berta "Sara" Rosenthal aus Berlin-Charlottenburg

Am 1. September 1941 hat Reinhard Heydrich für Juden neben der Kennzeichnung mit dem gelben Stern angeordnet, dass sie ihre Wohnorte nicht mehr ohne polizeiliche Erlaubnis verlassen durften - beides Voraussetzungen für die am 15. Oktober 1941 einsetzenden Massendeportationen zu den Lagern im "Osten" des deutschen Machtbereichs. Im April 1942 wurde deutschen Juden auch die Benutzung der meisten innerstädtischen Verkehrsmittel untersagt.

Die zur Deportation aufgeforderten Juden mussten ihr Gepäck mit dem Zwangs-Namen (Frauen meist "Sara", Männer "Israel"), ihrer letzten Anschrift und oftmals mit der Transportnummer kennzeichnen. Der rechts abgebildete Koffer aus der Ausstellung wurde einem Original nachgebildet, das sich in einer Lager-Gedenkstätte in Theresienstadt befindet. Die 71 Jahre alte Berta Rosenthal wurde am 14. September 1942 von Berlin nach Theresienstadt deportiert und ist dort drei Wochen später verstorben.

Foto: Buchcover: Die "Judendeportationen" aus dem Deutschen Reich 1941 - 1945

Das Buch zur Ausstellung

Publikation

Umfassende Informationen über sämtliche "Judentransporte" aus dem Deutschen Reich zwischen 1941 und 1945 können die Besucherinnen und Besucher der Medienstation in der Ausstellung entnehmen. Sie präsentiert Ergebnisse aus der Publikation "Die "Judendeportationen" aus dem Deutschen Reich 1941-1945" von Alfred Gottwaldt und Diana Schulle, die in der Stiftung Neue Synagoge Berlin (Centrum Judaicum) präsentiert und auf der Frankfurter Buchmesse 2005 vorgestellt wurde.

"Die "Judendeportationen" aus dem Deutschen Reich 1941-1945"

Alfred Gottwaldt und Diana Schulle
marixverlag, Wiesbaden 2005
ISBN 3-86539-059-5
15,00 EUR.