Häufig gestellte Fragen
- Welche Verbindung besteht zwischen Christoph Columbus, dem Zucker und der Sklaverei?
- Wer entdeckte den Zuckergehalt in der Rübe?
- Was hat Zucker mit Zyklon B zu tun?
- Was hat Insulin mit Blutzucker zu tun?
- Kann man selbst Zucker aus der Zuckerrübe produzieren?
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1. Welche Verbindung besteht zwischen Christoph Columbus, dem Zucker und der Sklaverei?
Die Kreuzfahrer waren die ersten Europäer, die das Zuckerrohr im Nahen Osten kennenlernten. Christoph Kolumbus nahm die für die Europäer neue Kulturpflanze schließlich mit auf seine zweite Amerikareise (1493/96).
Das Klima in der Karibik erwies sich für den Zuckerrohranbau als ideal. Die erste Anpflanzung auf der Insel Hispaniola wurde zur Keimzelle des Zuckerrohranbaus in Lateinamerika. Der Zucker wurde zu einem der ersten Welthandelsgüter. Sein Anbau und Handel war jedoch eine der wichtigsten Ursachen für den Sklavenhandel und brachte die Ausrottung ganzer Völker mit sich.
2. Wer entdeckte den Zuckergehalt in der Rübe?
Der Apotheker und Chemiker Andreas Sigismund Marggraf entdeckte 1747 in Berlin den Zucker in der Rübe. Bis dahin wurde Zucker lediglich aus Zuckerrohr gewonnen.
Marggraf beschrieb ganz genau seine Untersuchungen am weißen Mangold (Runkelrübe), der Zuckerwurzel und der roten Rübe. Seine wissenschaftliche Erkenntnis, dass der Rübenzucker dem Rohrzucker vollkommen wesensgleich sei, war für seine Zeit von höchster Wichtigkeit.
Den Zucker extrahierte er aus den Rüben mittels Alkohol. Das Verfahren war jedoch sehr kostspielig und nicht geeignet für die industrielle Verwertung.
Marggraf war der erste, der das Mikroskop bei chemischen Untersuchungen benutzte. Für seine Versuche entwickelte er eine eigene Methode zur Isolierung des Zuckers, die noch weitere 100 Jahre lang angewendet wurde.
3. Was hat Zucker mit Zyklon B zu tun?
In der Ausstellung des Zucker-Museums steht in der Abteilung „Zuckergewinnung“ im Bereich „Nebenprodukte“ eine Blechdose mit der Aufschrift „Giftgas Zyklon“. Das Schädlingsbekämpfungsmittel Zyklon B wurde in den Gaskammern der nationalsozialistischen Vernichtungslager zum Massenmord eingesetzt.
Herstellung von Zyklon B
Bei der Gewinnung von Zucker bleibt die Melasse übrig. Zyklon B entsteht aus Rückständen der Rübenmelassebrennerei. Der Rückstand, der nach der Destillation von vergorener Melasse-Maische übrig bleibt, nennt sich Schlempe. Wenn diese zur Dickschlempe konzentriert und durch Pyrolyse zersetzt wird, entsteht aus dem Inhaltsstoff Betain das Zyklon B.
Einsatz von Zyklon B
Dieses Produkt wurde und wird auch heute noch für die Bekämpfung von Vorratsschädlingen verwendet. Für den Menschen ist dieses Gift bereits in geringen Dosen tödlich.
Unfassbar ist der Missbrauch des Gases zum millionenfachen Mord in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten.
4. Was hat Insulin mit Blutzucker zu tun?
Glucose
Zucker- oder stärkehaltige Nahrung wird zunächst im Mund und dann im Dünndarm in einfache Zuckerbausteine aufgespalten. Dabei entsteht Glucose (Traubenzucker), der wichtigste Energielieferant für Gehirn- und Muskelzellen. Diese Glucose wird vom Darm in das Blut aufgenommen und steht dort dem Körper als Blutzucker zur Verfügung. Deshalb steigt der Zuckerspiegel im Blut bei jedem Menschen nach dem Essen an. Dieser gelöste Zucker wird zu den verschiedenen Organen und Zellen transportiert und dort zur Energiegewinnung verwertet.
Insulin
Um in die Zellen zu gelangen, muss allerdings ein "Schlüssel", nämlich das Insulin, vorhanden sein. Das Insulin bewirkt, dass die Glucose durch die Zellwand hindurch in das Zellinnere gelangen kann. Erst dort kann aus Glucose Energie gewonnen werden. Ist dies geschehen, sinkt der Blutzuckerspiegel wieder ab. Somit schwankt der Blutzuckerspiegel im Laufe eines Tages innerhalb bestimmter Grenzen.
5. Kann man selbst Zucker aus der Zuckerrübe produzieren?
Ja, das ist möglich.
Aber: Kinder sollten die Herstellung nur mit fachlicher Unterstützung eines Erwachsenen ausprobieren und Sicherheitsmaßnahmen, wie das Aufsetzen einer Schutzbrille und das Tragen von Latexhandschuhen, beachten.
Wie geht das?
- Eine Zuckerrübe klein schnitzeln.
- Die Schnitzel in einem Topf mit Wasser auskochen,
- anschließend den oben liegenden Schaum abschöpfen.
- Den Sud durch ein Sieb geben, das Wasser mit einem Behälter auffangen.
- Die Rübenschnitzel in ein Geschirrhandtuch geben, auspressen und den Saft auffangen.
- Saft und Sud zusammen gießen.
- Ca. 100 Gramm ungelöschten Kalk 1:1 in Wasser auflösen
(Vorsicht: ätzt, mit Gummi- oder Latexhandschuhen arbeiten!) - Die Kalkmilch dem Sud zufügen und mehrere Minuten einwirken lassen.
- Mit Hilfe eines Sodasiphons Kohlensäure in den Sud einleiten und einwirken lassen. Die Kalkmilch wird sich mit den gebundenen Nichtzuckerstoffen und der Kohlensäure zu Kreide verbinden und als weißlicher Schlamm auf dem Boden des Gefäßes absetzen.
- Mit Hilfe eines Kaffeefilters den Schlamm ausfiltern. Es sollte jetzt ein goldgelber Saft vorhanden sein.
- Dieser wird jetzt bei mittlerer Hitze unter ständigem langsamem Rühren auf dickflüssigen Sirup eingedickt, bis sich Zuckerkristalle im Sirup bilden. Je mehr Zuckerkristalle, also je zäher und weißlicher die Masse, desto besser.
- Mit einer Zentrifuge den Sirup von den Zuckerkristallen trennen und den so gewonnenen Zucker trocknen lassen. Den Sirup kann man noch als Brotaufstrich verwenden.
- Die Siruprückstände sind organischer Abfall und können entsorgt werden.
