Geschichte
Das Zeiss-Großplanetarium Berlin wurde im Oktober 1987 nach nur 2-jähriger Bauzeit als eines der größten und modernsten Sternentheater in Europa eröffnet. Herzstück des Hauses ist ein computergesteuerter Planetariumsprojektor vom Typ Cosmorama der Firma Carl Zeiss in Jena.
Mit seinem Außen-Kuppeldurchmesser von 30 Meter und einem Innenkuppel- Durchmesser von 23 Meter gehört das Zeiss-Großplanetarium zu den größten Planetarien in Europa.
Die Innenkuppel bildet die eigentliche Projektionsfläche. Dort erfolgt die naturgetreue Darstellung des gestirnten Himmels mit seinen Sternen, Planeten, Kometen und anderen astronomischen Phänomenen.
Von 1987 bis 2007 haben rund 2,9 Millionen Menschen das Planetarium besucht.
Das Zeiss-Großplanetarium Berlin ist im Rat Deutscher Planetarien (RDP) vertreten.
1984
Das Gaswerk an der Danziger Straße verkokte von 1873 bis 1981 Kohle und produzierte Stadtgas für Berlin. Es war das älteste und am längsten aktive Berliner Gaswerk.
Die Stilllegung entlastete die Luft im Kiez maßgeblich. Als 1984 der letzte Gasometer gesprengt wurde, gab es jedoch massive Proteste der Bevölkerung, die sich gegen die politisch gewollte Schleifung dieses Denkmals richteten.
Die politischen Entscheidungsträger hatten Großes mit dem Areal vor: Es sollte ein sozialistischer Park werden, mit schmucken Wohnhochhäusern, einem Kulturzentrum mit Gaststätte und – einem Planetarium. Im Ostteil Berlins gab es damals kein größeres Planetarium.
Der Bau war Chefsache: Die Baudirektion der Hauptstadt Berlin hatte die Oberhoheit. Die Eröffnung des Planetariums sollte zum 750-jährigen Stadtjubiläum Berlins 1987 stattfinden.
1985
Grundsteinlegung. Prof. Dr. Dieter B. Herrmann legt den Grundstein für das neue Zeiss-Großplanetarium in Berlin.
Zeiss-Großplanetarium im Bau
1986
Die Archenhold-Sternwarte und das Planetarium sollten eine gemeinsame Einrichtung bilden.
Anfang 1986 waren die für die Startphase wichtigsten Mitarbeiter eingestellt: Technischer Leiter (Ditmar Stachowski), Produktionsleiter (Hans-Friedger Lachmann), Hardware- und Lasertechniker (Raimund Lück), Feinmechanik/Optik (Nikolai Wünsche).
Geschult wurden die Mitarbeiter durch Carl Zeiss Jena am typgleichen Planetarium in Jena.
Bis Ende 1986 waren die Bauarbeiten soweit gediehen, dass an den Innenausbau und Einbau der Technik gegangen werden konnte.
Baustelle Planetarium
Januar 1987
Anfang 1987 begannen die Vorbereitungen zum Einbau der Planetariumstechnik mit Saubermachen. Optik, Feinmechanik und komplizierte Elektronik vertragen Baustaub nicht sehr gut.
März 1987
Der Einbau des Planetariumsgerätes begann im Frühjahr 1987. Zu dieser Zeit waren weite Teile des Gebäudes noch im Ausbau. Nur der Saal war im Wesentlichen fertig.
April 1987
Am 10. April 1987 wurde die Planetariumstechnik in hunderten von Holzkisten und Pappkartons angeliefert. Es herrschte „Anlieferungswetter“, es regnete in Strömen.
Das Gerät war in Jena in der Justierkuppel des Zeiss-Werks aufgebaut und vorjustiert worden. Daher ging die Montage schnell und weitgehend reibungslos vonstatten.
Am 4. Mai war es fertig montiert, das Justieren der Geräte war am 12. Juli abgeschlossen.
Mulivisionsamlage mit 48 Kodak-Diaprojektoren
Juli 1987
Anfang Juli wurde auch die Multivisionsanlage, damals bestehend aus 48 Kodak-Diaprojektoren, eingebaut.
Zu dieser Zeit begann die Erstellung der ersten Planetariumsprogramme, die zur Eröffnung angeboten werden sollten.
September 1987
Die heimliche Premiere des ersten Programms „Phantastisches Weltall“ fand schon am 18. September 1987 statt: Das Programm war fertig und wurde den beteiligten Bauarbeitern vorgestellt.
Oktober 1987
Eröffnet wurde das Planetarium am 9. Oktober 1987, kurz nach dem 38. Gründungstag der DDR, zur 750-Jahr-Feier Berlins. Anwesend war die gesamte Parteispitze der SED einschließlich Erich Honecker.
Programm Phantastisches Weltall
1988
Weitere Programme kamen in das Angebot des Hauses, das bald auf Monate hinaus ausverkauft war. Auch eine erste Lasershow kam ins Programm.
1989
Der Mauerfall und die Vereinigung der beiden deutschen Staaten brachten gravierende Veränderungen und Unsicherheiten: Die Besucher blieben zunächst aus, das Personal wurde auf ein Drittel verringert und: Das Planetarium sollte „abgewickelt“ werden. Was das bedeutet, blieb lange unklar. Die Leitung von Sternwarte und Planetarium versuchte, die Entwicklung in eine Bahn zu lenken, die die Existenz und die Arbeitsfähigkeit der Häuser sichert.
1991
Mit steigenden Besucherzahlen und dem einstweiligen Verbleib bei der Senats-Schulverwaltung schien die Existenz des Hauses vorerst gesichert. Im Rahmen der spärlichen finanziellen Mittel, die man einer abzuwickelnden Einrichtung zubilligt, wurde die technische Ausstattung schrittweise ergänzt: Die Multivisionsanlage und die Lasertechnik wurden erweitert, moderne Technik für das Tonstudio angeschafft, Videotechnik im Planetariumssaal installiert.
Zeiss-Großplanetarium von Oben
1992–2002
Bei der schrittweisen Modernisierung und bei technischen Problemen hilft – im Rahmen der knappen Mittel – die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung des Landes Berlin.
Das Programmangebot und sonstige Angebote werden erweitert. Manches wird ausprobiert und wieder verworfen, anderes entwickelt sich unerwartet erfolgreich zu einer eigenen Programm-Linie, wie z.B. die "Musik unter dem Sternhimmel". Die jährlichen Besucherzahlen steigen auf um 100.000, trotz einem die Arbeitsfähigkeit akut gefährdenden Personalabbau.
Juli 2002
Mit dem 1. Juli geht die Archenhold-Sternwarte mit Zeiss-Großplanetarium auf die Stiftung Deutsches Technikmuseum über und wird eine Aussenstelle des Technikmuseums in der Trebbiner Straße.
2004
Der langjährige Direktor Prof. Dr. Dieter B. Herrmann geht in den altersbedingten Ruhestand.
Sein Nachfolger wird im März 2005 - Mai 2006 Dr. Klaus Staubermann.
2006
Von Mai 2006 bis Feb. 2009 wird das Planetarium von Hans-Friedger Lachmann kommissarisch geleitet.
Die technische Erneuerung wird seitdem weiter vorangetrieben.
Seit Sommer 2006 erfolgt die Tonwiedergabe im Planetariumssaal digital.
2007
Mit Planetarium hautnah entsteht ein völlig neues Veranstaltungsformat im Planetarium.
Wissenschaft und Kunst vereinen sich inclusive gastronomischer Betreuung der Besucherinnen und Besucher zu einem abendfüllenden Programm.
Ende Oktober feiert das Planetarium sein 20-jähriges Bestehen mit zwei Premieren.
2008
Die geplante Sanierung des Großplanetariums beginnt.
2009
Dr. Felix Lühning beginnt am 1. Februar seine Tätigkeit als Abteilungsleiter Astronomie in der Archenhold-Sternwarte und im Zeiss-Großplanetarium Berlin.
