Exkurs: Die Geschichte der Drucktechnik
Vom Abschreiben zum Drucken
Bis ins späte Mittelalter konnten Bücher nur durch das Abschreiben von Hand vervielfältigt werden. Anstelle dieser mühseligen Arbeit wurden später zuerst in China Holztafeldrucke auf Papier hergestellt. In Europa stammen die ersten Holztafeldrucke aus der Zeit um 1420/30. Äußerlich ähnelten sie eher einem "Bilderbuch", da der überwiegende Teil der Bevölkerung damals nicht lesen konnte.
Die Verbreitung des Buchdrucks ab 1450
Seit den Erfindungen von Johannes Gutenberg (1397- 1486) wurde ab etwa 1450 n. Chr. das Setzen von Typen aus Blei zum gängigen Verfahren. Dabei war es nicht nur die Idee der ”beweglichen Letter”, sondern ein ganzes System technischer Neuerungen rund um diese Idee, welches die Bedeutung Gutenbergs ausmachten. Wegen dieser Leistung wählten Ende 1998 amerikanische Journalisten Johannes Gutenberg zum "Man of the Millennium", zur wichtigsten Persönlichkeit des 2. Jahrtausends.
Drucktechnik nach 1800
Die Arbeitsmittel und die Tätigkeiten der Drucker blieben bis zum Jahr 1800 rund 350 Jahre lang fast unverändert. Die Durchsetzung der allgemeinen Schulpflicht in den meisten deutschen Ländern im 18. Jahrhundert und die Einführung der Gewerbefreiheit in Preußen (1810) führten zu einer massiv gesteigerten Nachfrage nach Büchern, die sich nur mit Hilfe neuer Techniken bewältigen ließ. Eiserne Handpressen, Schnellpressen, Rotationsdruckmaschinen und Maschinen im Bereich von Schriftherstellung und Schriftsatz machten so im 19. Jahrhundert aus dem handwerklich geprägten Druckereigewerbe eine grafische Druckindustrie.
Moderne Druckereien
Die Leistungen der hier ausgestellten Pressen sind heute kaum noch vergleichbar mit den Kapazitäten moderner Druckereien. Im Druckhaus der Axel Springer AG in Berlin-Spandau können beispielsweise 47 Kilometer Papier in der Stunde oder 625 Zeitungen in einer Minute mit Hilfe einer 18 Meter langen Rotationsdruckmaschine gedruckt werden.
