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Deutsches Technikmuseum - Fachwerk(e)

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Webseitenübersicht

Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

Stiftung

Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Foto: Eine Frau pustet in einen Schlauch und erhöht so die Temperatur der Lötflamme, mit der Goldkügelchen auf ein Blech geschweißt werden.

Granulieren: Der Flamme wird Sauerstoff zugeführt, um die richtige Temperatur zum Aufschmelzen der Goldkügelchen zu erzeugen.
© Britta Schlier

Foto: Ein Silberblech mit floralem Muster, die Blüten sind mit Edelsteinen verziert.

Gefach von Annika Berndt: Ein ziseliertes Silberblech mit Jugendstil-Ornament.
© Britta Schlier

Foto: An der etwa hundert Jahre alten Guillochiermaschine schneidet eine Frau konzentriert geometrische Muster in ein dünnes Messingblech.

Ausstellung "Schmuckproduktion": An der Guillochiermaschine graviert Vorführerin Andrea Grimm gleichmäßige geometrische Muster in das Metall.
© SDTB / Clemens Kirchner

Foto: Ein längliches Silberblech liegt für die weitere Bearbeitung auf einem mit Kitt gefüllten Kasten.

Aus dem aufgekitteten Silberblech wird mit Hammer und Punzen (Stahlstäben) ein feines Ornament herausgearbeitet.
© Theresa Thiering

Foto: Zwei Frauen sitzen vor den Schleifrädern und bearbeiten Edelsteine.

Erst durch die Bearbeitung am Schleifrad erhält der Edelstein seine Form und seinen Glanz.
© Brigitta von Grünberg

Foto: Aquarellzeichnung eines goldenen Kelches

Zeichnungen und Skizzen dienen der Dokumentation historischer Kunstgegenstände.
© Anne Kaden

Fachwerk(e)

Restauratoren und die Renaissance edler Metalle

Galerie der Fototechnik-Dauerausstellung

9. August 2015 bis 10. März 2016

Guillochieren, Niellieren, Tauschieren oder Ziselieren: Diese alten, fast vergessenen Techniken vermittelt die Ausbildung zum Restaurator im Gold- und Silberschmiedehandwerk der Handwerkskammer Koblenz.
Die Ausstellung dokumentiert diese bundesweit einmalige Fortbildung für Gold- und Silberschmiedemeister und die Entstehung der Abschlussarbeit des Jahrgangs 2013 - eine Holztruhe mit kunstvoll verziertem Deckel, der nach dem Vorbild eines Fachwerks gestaltet wurde.

Zehn Fotocollagen ermöglichen es den Besuchern der Werkschau, den Restauratoren über die Schulter zu blicken und sich quasi auf eine Reise durch die Geschichte der Goldschmiedekunst - vom antiken Ägypten bis zur Neuzeit – zu begeben.

Foto: Das Grundmaterial dieses Faches ist Silber, das teilweise vergoldet wurde. Als Verzierung sind Perlen, ein Bergkristall und ein Lapislazuli aufgebracht.

Gefach von Ingeborg Braun-Frederick, gefertigt im Stil der Romanik und Gotik. © Britta Schlier

Ein "Fachwerk" in vielerlei Hinsicht

Gefertigt von Fachleuten, ist der Truhendeckel ein eindrucksvolles "Fach-Werk". Die konkrete Gestaltung erfolgte in Anlehnung an die zahlreichen Fachwerkhäuser des Seminarortes Herrstein.

Jedes der elf Gefache repräsentiert eine Epoche der Stilgeschichte und wurde mit den zu jener Zeit typischen Goldschmiedetechniken und Gestaltungsmitteln sowie den damals verfügbaren Metallen und Edelsteinen gefertigt.

Im Gefach, das Ingeborg Braun-Frederick gestaltete, vereinen sich zum Beispiel die zwei vorherrschenden Stilrichtungen des Mittelalters, die Romanik und die Gotik. Das emaillierte Rundbogenornament mit Bergkristall und die ziselierten Spitzbögen mit Lapislazuli in der Mitte wurden in Anlehnung an die Kirchenfenster dieser Epochen gefertigt.

Foto: Das mit goldenen Ornamenten verzierte Blech und die Werkzeuge, Hammer, Bambusstab und Meißel.

Vor der Montage: Das Gefach von Thomas Rinke wurde in der japanischen Koftgari-Technik tauschiert. © Thomas Rinke

Thomas Rinke verwendete für sein Feld eine jahrhundertealte Schmiedetechnik aus Japan, das Tauschieren. Dabei wird das Grundblech aufwendig mit einem Meißel aufgeraut, um dann mit einem Bambusstab hauchdünne Goldfolien in die Vertiefungen zu hämmern.

Die Ausstellung gewährt einen lehrreichen Blick hinter die Kulissen auf die Werkbänke und verdeutlicht die Anforderungen an die Restauratoren im Handwerk.

Sie verfügen über umfangreiches naturwissenschaftliches und kunsthistorisches Wissen sowie über genaue Kenntnisse historischer und moderner Handwerkstechniken, gepaart mit Kunstfertigkeit und Feingefühl.

Dauerausstellung "Manufakturelle Schmuckproduktion"

Weitere Belege von handwerklichem Können und Einfallsreichtum sind in unserer Dauerausstellung "Schmuckproduktion" (gleiches Gebäude im Erdgeschoss) zu entdecken. In einer funktionstüchtigen Werkstatt mit historischen Maschinen wird am Beispiel der Pforzheimer Schmuckindustrie gezeigt, wie in den Manufakturen um 1900 Schmuck in Serie produziert wurde. Vorführungen und Filme vermitteln weitere technische und geschichtliche Zusammenhänge.

Im Rahmen des Tradierungsprojektes "Manufakturelle Schmuckgestaltung" im Deutschen Technikmuseum können Schmuckschaffende hier den Umgang mit den fast vergessenen Techniken der manufakturellen Schmuckfertigung erlernen. Das so gesammelte und bewahrte Wissen ist auch für Restauratoren ein Schatz von unermesslichem Wert.

Headerfoto: Der Truhendeckel wurde mit zahlreichen historischen Goldschmiedetechniken gefertigt und zeigt die Kunstfertigkeit und das Können der beteiligten Gold- und Silberschmiedemeister. © Britta Schlier