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Deutsches Technikmuseum - Chemie- und Pharmaindustrie

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Webseitenübersicht

Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

Stiftung

Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

"Pillen und Pipetten"

Die chemisch-pharmazeutische Industrie am Beispiel Schering

Foto: Ensemble von Glaspipettenspitzen vor einem schwarzen Hintergrund

Wohl kaum ein Industriezweig hat die moderne Gesellschaft weitreichender geprägt als die Chemie- und Pharmaindustrie. Fast alle Dinge, mit denen wir im Alltag umgehen, enthalten chemisch erforschte und entwickelte Anteile. Auch in unserem Körper gibt es kaum etwas, das nicht für den Erhalt der Gesundheit oder gar zur Leistungssteigerung im Labor analysiert wurde.

Vor dem Hintergrund der Geschichte des Berliner Unternehmens Schering lernen die Besucherinnen und Besucher Arbeitstechniken eines Labors, Arbeitsmittel von der Glaspipette bis zum modernen Pipettierroboter, die chemische Produktvielfalt sowie die Grundlagen der pharmazeutischen Industrie kennen. Sie können selbst zum Pyrotechniker werden und virtuell ein Feuerwerk zusammenbauen und zünden oder eine industrielle Tablettenpresse, mit einem Auswurf von 300.000 Tabletten pro Stunde, bei Vorführungen in Aktion beobachten.

Einen weiteren Themenschwerpunkt bilden die Entdeckung der Sexualhormone, ihre Verwendung als Verhütungsmittel in der von Schering entwickelten "Pille" und die gesellschaftlichen Auswirkungen auf Familienplanung und Sexualität.

Schwarzweißfoto, 1938: Im Scheringlabor stehen zwei Mitarbeiter und eine Mitarbeiterin vor einer Schiefertafel, auf der mit Kreide die vier berühmten Molekularstrukturformeln und die Darstellung des ersten synthetischen Gestagens gezeichnet sind

Im Schering-Labor: Aufschlüsselung grundlegender Hormonstrukturen. © Bayer AG, Schering Archives

Berlin – Wissenschaftsstadt der Chemie und Pharmazie

Seit den 1850er Jahren entwickelte sich Berlin zu einer Wissenschaftsstadt der Chemie, Medizin und Pharmazie. Durch staatliche Förderung von wissenschaftlichen Institutionen und durch herausragende Forschungsleistungen erlangte die Berliner Wissenschaft weltweit Anerkennung. Die an den Instituten ausgebildeten Chemiker fanden oft einen Arbeitsplatz in den Unternehmen.

Die Berliner Firma Schering, bis heute wegen ihrer Standorttreue ein lokales Symbol, ist hierfür ein gutes Beispiel. Ihre Zusammenarbeit mit externen Forschern bei der Spezialisierung auf Hormonforschung in den 1930er Jahren ist zudem Modell für das Zusammenwirken von Wissenschaft und Unternehmen, wie es im 20. Jahrhundert üblich wurde.

Foto: Vor einem weiß-bläulichen Hintergrund sind moderne kleine Plastikpipettenspitzen einer Nachfüllpackung abgebildet. Oben im Bild ist eine der Spitzen auf dem Ansatz einer Kolbenhubpipette zu sehen

Moderne Plastikpipetten. © C. Kirchner, SDTB

Chemieindustrie – für alles ein Produkt aus dem Labor

Die Chemie- und Pharmaindustrie war der erste Wirtschaftszweig, der Forschungslabore in Unternehmen einrichtete. Hier wurden neue Stoffe und vor allem großtechnische Herstellungsverfahren entwickelt. Seit dem 19. Jahrhundert wuchs die Bandbreite an Produkten, die aus wenigen Rohstoffen und vor allem preiswert herzustellen waren.

Um die Gewinne zu vergrößern, wurden die Ausgaben für die Forschung erhöht. So wurden Forschungsleistungen und die Entwicklung der Wissenschaft in einer Weise beschleunigt, wie es keine staatliche Förderung vermochte.

Mittlerweile liegt den meisten Gütern der modernen Gesellschaft chemische und biochemische Forschung zugrunde: Es gibt über 300 chemische Grund- und Zwischenprodukte und rund 30.000 Endprodukte der verschiedensten Art und Form.

Foto: Historische Medikamentenschachteln, Röllchen und Dosen sind dicht an dicht gefügt wie bei einem Flickenteppich angeordnet. Es sind bekannte Marken des manchmal alltäglichen Gebrauchs wie Kopfschmerz- und Magenmittel dabei.

Sammlung historischer Arzneiverpackungen. © C. Kirchner, SDTB

Pharmaindustrie – Medikamente für den Markt

Die seit Mitte des 19. Jahrhunderts in chemisch-pharmazeutischen Betrieben entwickelte Massenherstellung ermöglichte es, einer wachsenden Bevölkerung ausreichend Medikamente zur Verfügung zu stellen. Auch wenn sie mittlerweile weitgehend automatisiert ist, ist die Suche nach neuen oder veränderten Wirkstoffen heute noch immer eine Mischung aus Zufall und Planung.

Beim Thema Pharmaindustrie prallen zudem oft gegensätzliche Meinungen aufeinander: Das Gewinnstreben der Industrie wird nicht selten im Widerspruch zum Wert der persönlichen Gesundheit gesehen.

Buchcover: Der Titel "Pillen und Pipetten" in Pink, im Hintergrund verstreute grüne und blaue Tabletten und Kapseln.

Buchtitel "Pillen und Pipetten". © SDTB

Wissenschaftlicher Begleitband

Die Ausstellung greift neueste Forschungsergebnisse auf. Aus der Beschäftigung mit der Thematik ist ein wissenschaftlicher Begleitband entstanden, der den Leserinnen und Lesern einen Überblick über die unterschiedlichen Blickwinkel bietet. Das Buch "Pillen und Pipetten" schlägt auf 256 Seiten den Bogen von der historischen Entwicklung bis hin zu aktuellen Fragen wie der Suche nach Alternativen zu Tierversuchen, der weltweiten Arzneimittelversorgung und der modernen Biotechnologie.

Der Band erscheint im Verlag Koehler & Amelang und ist für 19,95 Euro im Museumsshop (ISBN 978-3-7338-0378-0) und für 29,90 Euro im Buchhandel (ISBN 978-3-7338-0377-3) erhältlich.

Schwarz-Weiss-Grafik: Logo der Kooperation, eine einfache Zusammenfügung der Logos beider Stiftungen

Grafik:

Kooperationspartner

Die Ausstellung entstand in Kooperation der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin und der Schering Stiftung, Berlin. Beide haben das gemeinsame Anliegen, Verständnis für die Bedeutung von Wissenschaft in der Gesellschaft zu wecken und insbesondere Jugendliche für die Prozesse der Wissenschaft, Forschung und Technik zu begeistern.

Die Ausstellung und das Begleitprogramm werden gefördert vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.