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Deutsches Technikmuseum Berlin - Cessna 172

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Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

Stiftung

Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Himmelfahrt zum Roten Platz

Deutsches Technikmuseum zeigt die Cessna 172, mit der Mathias Rust 1987 in Moskau landete 

Mitarbeiter des Technikmuseums vor der Cessna 172

Das Technikmuseum hat die Cessna in Japan aufgespürt

Nach über zwanzig Jahren ist vielen der illegale und riskante Flug des damals 19-jährigen Privatpiloten Mathias Rust noch in Erinnerung, der am 28. Mai 1987 – dem Himmelfahrtstag – mit einer gemieteten Cessna 172 nahe dem Roten Platz in Moskau landete. Während über den Piloten in den folgenden Jahren noch vereinzelt in den Medien berichtet wurde, verlor sich die Spur des viersitzigen Leichtflugzeugs im Dunkeln.

Das Deutsche Technikmuseum hat sich auf die Suche nach der Cessna 172 begeben, sie schließlich in Japan entdeckt und Ende 2008 zurück nach Deutschland gebracht. Das Flugzeug und eine kleine Ausstellung zu seiner Geschichte sind vom 29.05.2009 bis zum Ende des Jahres im Foyer des Deutschen Technikmuseums zu sehen.

Foto: Die Cessna 172 wird von Mitarbeitern des Museums aus dem Container entladen

Das Flugzeug wird von Mitarbeitern des Deutschen Technikmuseums entladen

Die bewegte Geschichte der Cessna 172

Nach der Landung in Moskau

In Folge des illegalen Fluges über das Hoheitsgebiet der UdSSR kam es zu Entlassungen unter anderem des sowjetischen Verteidigungsministers Sokolow und des Chefs der Luftverteidigung. Mathias Rust wurde in der Sowjetunion wegen illegaler Einreise und Verletzung der internationalen Luftverkehrsregeln zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Der Eigentümer der von Rust gemieteten Maschine, der Hamburger Aeroclub, verkaufte die Cessna an die Kosmetikfirma Azuma Royal, noch während sie sich auf dem Boden der UdSSR befand. Der neue Besitzer plante, sie für Werbeflüge des Modeunternehmens  MCM einzusetzen. Im Oktober 1987 erhielt die Cessna 172 die Starterlaubnis für den Heimflug und landete unter großem Interesse der Medien und der Öffentlichkeit am 19.10.1987 auf dem Hamburger Flughafen Fuhlsbüttel. Um keine weiteren Dissonanzen mit der UdSSR zu provozieren, verweigerten die Behörden der Bundesrepublik Deutschland jedoch kurz nach der Ankunft die Erlaubnis, das Flugzeug für Werbeflüge einzusetzen.

Reise um die Welt

Nach Stationen in München und Paris wurde das Leichtflugzeug 1988 nach Japan verkauft. Die nächsten 15 Jahre war es als Attraktion vor einem Sportclub in der japanischen Stadt Utsunomiya ca.100 km nördlich von Tokio unter freiem Himmel aufgestellt. Mit dem Verkauf des Sportclubs 2003 wechselte die Maschine erneut den Besitzer. Da sie durch das Stehen im Freien inzwischen unansehnlich geworden war, wurde die Cessna zerlegt und in einer Lagerhalle abgestellt.

Neue Heimat: Berlin, Kreuzberg

Nach umfangreichen Recherchen hat das Deutsche Technikmuseum die Maschine in der Nähe von Utsunomiya aufgespürt und den Eigentümer für eine Abgabe nach Berlin gewinnen können. Im Oktober 2008 machten Mitarbeiter des Museums die Cessna in Japan transportfertig und brachten sie nach Deutschland. Die Cessna ist in einem guten Zustand, wenn auch nach den vielen Jahren unter freiem Himmel leicht verwittert. Nach kleineren Reparaturen wird sie ab dem 29. Mai 2009, eingebettet in eine kleine Ausstellungseinheit zu ihrer bewegten Geschichte, im Museum zu sehen sein.

Cessna 172 als Teil der Ausstellung "Fliegen über den Eisernen Vorhang"

Langfristig plant die Abteilung Luftfahrt, die Maschine zusammen mit einer De Havilland DHC-2 Beaver und einer Let Z-37 aus dem Bestand des Museums in einer Ausstellung mit dem Titel "Fliegen über den Eisernen Vorhang" zu zeigen. Die Ausstellung wird Fragen des internationalen Luftfahrtrechts zu Zeiten des Kalten Krieges thematisieren und Beispiele für Verletzungen dieses Rechts aufzeigen – darunter auch die illegale Landung der Cessna 172 in Moskau.