1906 - 2006: Meereskunde in Deutschland gestern und heute
Symposium der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin
Der Eintritt zum Symposium ist frei!
Es war einst das größte Schifffahrts- und Meeresmuseum Deutschlands. 1945 ging es unter und sein Bestand tauchte in Teilen im letzten Viertel des 20. Jh. in verschiedenen deutschen Museen wieder auf: das ehemalige Institut und Museum für Meereskunde in Berlin (MfM). Aus Anlass des 100. Jahrestages seiner Ausstellungseröffnung 1906 veranstaltet das Deutsche Technikmuseum Berlin, das sich als Traditionsnachfolger sieht, unter dem Titel "1906-2006: Meereskunde in Deutschland gestern und heute" ein eintägiges Symposium.
Das Programm beginnt mit der "Meeresforschung heute", vertreten durch einen angefragten Redner der Stiftung Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft, Bremerhaven. Prof. Dr. Martin Visbeck vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften IFM-GEOMAR an der Universität Kiel spricht zum Thema "Der Ozean der Zukunft: Meereswissenschaften im 21. Jahrhundert". Er behandelt eine Reihe aktueller meereswissenschaftlicher Themen, wie die Vermessung von Strömungen und Wassermassen-Eigenschaften mit ihren Einflüssen auf die tropische Zirkulation und die Klimaschwankungen, entstehende Gefahren wie Seebeben und Hurrikane sowie die Suche nach Ressourcen, vor allem Gas, Metallen und medizinischen Wirkstoffen.
Die Tagung gibt auch einen Überblick über den Stand der Provenienzforschung zum MfM. Dazu sprechen Museumsleiter und -mitarbeiter aus dem Rostocker Schifffahrtsmuseum, dem Militärhistorischen Museum Dresden, dem Deutschen Schifffahrtsmuseum Bremerhaven, dem Deutschen Meeresmuseum Stralsund, dem Deutschen Technikmuseum Berlin sowie dem Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik der Humboldt-Universität Berlin. Über die "Geschichte der deutschen Seeschifffahrt" aus Sicht eines Wissenschaftlers des MfM referiert ein Mitarbeiter des Deutschen Museums München. Eine Führung durch die Sonderausstellung "100 Jahre Tradition: Das ehemalige Museum für Meereskunde in Dokumenten seiner Zeit" rundet das Programm ab.
Das einst von Kaiser Wilhelm II. eröffnete Museum galt als das nationale Schifffahrtsmuseum mit einzigartig vielfältiger Ausstellung und gelungener didaktischer Aufbereitung. Zugleich sollte es propagandistisch für die deutsche Flottenpolitik wirken. Es vereinte erstmals alles, was das Meer betraf, unter einem Dach. Zusammen mit dem 1910 eröffneten Musée d'Océanographic in Monaco nahm es eine international hochrangige Stellung ein. Das Institut für Meereskunde betrieb mit sehr gut besuchten Vortragsveranstaltungen eine vorbildliche öffentlichkeitswirksame Bildungsarbeit. Es unternahm eigene Expeditionen zur Meeresforschung wie z.B. die Atlantische Meteor-Expedition und evaluierte und publizierte die Ergebnisse.

Das ehemalige Museum für Meereskunde

1906 - 2006: Meereskunde in Deutschland gestern ...

Programm für Symposium am 27. September 2006 ...
