125 Jahre Strom aus Wind
Prof. Dr.-Ing. Robert Gasch und Dipl.-Ing. Jan Liersch, beide Technische Universität Berlin
Schon in den 1980er Jahren begann Professor Gasch an der TU mit der Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Windenergie. Seine damaligen Mitarbeiter gründeten Firmen und arbeiten heute in leitenden Positionen der Branche. Jan Liersch hält heute die Lehrveranstaltungen über Windkraftanlagen an der TU Berlin.
Die frühen Erfinder (1887) in den USA und Großbritannien erzeugten mit langsamläufigen Windrädern Strom für die Beleuchtung. Poul LaCour, der dänische Edison, entwickelte um 1900 an der Hochschule in Askov schnellläufigere Windturbinen mit Leistungen von 5 bis 25 kW. Sie versorgten im ländlichen Raum Dänemarks Einzelgehöfte und kleine Dörfer mit Gleichstrom, der in Zeiten der Flaute in Akkus gespeichert wurde. Bis 1920 waren in Dänemark über 100 Anlagen seiner Bauform installiert. Zudem bildete er "Windelektriker" aus.
Doch die zentral von großen Kraftwerken gespeisten Drehstromnetze breiteten sich nach 1900 sehr schnell aus. Nur noch in Randgebieten blieb – in USA wie in Europa – die Gleichstromversorgung aus Windrädern erhalten.
Erste Versuche mit größeren Windkraftanlagen (D > 20 m und P > 100 kW) direkt ins Drehstromnetz zu speisen, gab es zwischen den beiden Weltkriegen in den USA, der UdSSR und Europa. Der Krieg brachte jedoch diese Versuche zum Stillstand.
In der Nachkriegszeit erkannte die "Organisation for European Economic Cooperation" (OEEC) um 1950 die künftige Energieknappheit Europas und stieß die Entwicklung netzeinspeisender Windkraftanlagen erneut an. Die EDF in Frankreich, Hütter in Deutschland und Juul in Dänemark bauten ihre Versuchsanlagen. Doch auch diese Welle der Entwicklung netzeinspeisender Windkraftanlagen kam Mitte der 1960er Jahre zum Erliegen. Das billige arabische Öl machte den fossil erzeugten Strom kostengünstiger als den Windstrom.
Eine weitere Welle der Entwicklung von netzeinspeisenden Anlagen setzte nach den beiden Ölpreisschocks von 1973 und 1978 in den USA und Europa ein. Diesmal mit nachhaltigem Erfolg. Die Einspeisegesetze in Dänemark (1981), Deutschland (1991), Spanien (1993) und später in Indien sorgten für einen Markt.
| Datum | Zeit | Ort |
|---|---|---|
| Do., 7. Juni 2012 | 17.30 Uhr | Vortragssaal, 4. OG |
Vortragsreihe im Rahmen des Begleitprogramms zur Sonderausstellung WINDSTÄRKEN der Abteilung Energietechnik des Deutschen Technikmuseums (Leitung: Reiner Schipporeit) in Zusammenarbeit mit dem VDI-Arbeitskreis Technikgeschichte (Leitung: Dr.-Ing. Karl-Eugen Kurrer und Dr. phil. Stefan Poser)
